Mit dem SoftPlate-Modul des ACIPS-Portals können
Platten mit dem nachstehenden Werkstoffverhalten berechnet werden. In
der Testversion ist zur Zeit nur das mit * gekennzeichnete linear
elastische Werkstoffverhalten verfügbar.
Anderes Werkstoffverhalten kann vorläufig nur über eine
Anfrage an SoftPlate Consult (Methode D) berechnet werden.
Die Spannungs-Verzerrungs-Funktionen, auch Material- oder
Stoffgleichungen oder "Werkstoffgesetz" genannt, sind für
reale Werkstoffe unter allgemeinen Anwendungsbedingungen für
technisch-praktische Zwecke von zu vielen Parametern abhängig
und zu komplex.
Die für Ingenieuranwendungen gebräuchlichste
Vereinfachung ist die verallgemeinerte Hookesche Beziehung für
linear elastisches isotropes und homogenes Material, bei der die
Spannung der Verzerrung proportional ist und nicht von der Größe
der Verzerrung und somit auch nicht von der Belastungsdauer oder
anderen Parametern, wie Temperatur, Chemikalien- oder
Umwelteinflüssen u.a., abhängt.
Die Gültigkeit dieser Idealisierung muss bei allen
Ingenieuranwendungen stets überprüft werden, da der linear
elastische oder Hookesche Bereich des Spannungs-Verzerrungs-Diagramms
stark vom Werkstoff und von den Einsatzbedingungen abhängt.
Zum Werkstoffverhalten bei anderen Spannungs-Verzerrungs-Funktionen (oder "Werkstoffgesetzen") siehe die Fachliteratur.
Bitte Eingabeformat für Zahlenwerte beachten!
Die linear elastische Spannungs-Verzerrungs-Funktion (oder Hookesche Beziehung) benötigt nur drei Werkstoffkennwerte:
Elastizitätsmodul E:
Das Verhältnis von Spannung und Verzerrung
(Dehnung/Stauchung) für Zug/Druck bei gegebener
Querkontraktionszahl.
Werte bitte nur in MPa (N/mm²) eingeben! Werte mit
anderen Dimensionsangaben bitte umrechnen, weil sich sonst eine
fehlerhafte Berechnung durch fehlerhafte Eingabe ergibt.
Der Wert
0 oder negative Werte werden nicht akzeptiert.
Eingaben unter 10
MPa oder über 300000 MPa führen zu einer Warnung mit der
Bitte zu prüfen, ob diese Werte korrekt sind.
Unter
der Voraussetzung, dass das Werkstoffverhalten noch genügend
genau als proportional zur Größe der Verzerrung bzw. zur
Belastungshöhe angesehen werden kann und ein Einfluss auf die
Querkontraktionszahl nicht berücksichtigt werden muss, kann auch
mit einem zeitabhängigen Modul (z.B. Kriechmodul
bei
linear viskoelastischem Verhalten) oder mit einem von der Temperatur
abhängigen Modul
gerechnet
werden.
Werte entnehmen Sie bitte den Werkstoffdatenblättern, der Fachliteratur oder den Werkstoffdatenbanken. (Ein ACIPS-Modul zu Werkstoffdaten ist für eine spätere Version vorgesehen.)
Querkontraktionszahl (Poisson-Zahl) ν
Die
theoretischen Grenzwerte sind 0.0 für einen völlig
inkompressiblen, volumenstarren Stoff bzw. 0.5 für einen Stoff
mit volumenkonstanter Dehnung und ungehinderter Kompressibilität.
Wie der Elastizitätsmodul ist die Querkontraktionszahl abhängig von der Belastungshöhe und -dauer, von der Temperatur u.a. Da diese Funktionen meist nicht bekannt sind und der Einfluss der Änderung auf die Spannungs- und Verzerrungswerte für die meisten Ingenieuranwendungen vernachlässigbar ist, kann meist mit nachstehenden Richtwerten gerechnet werden.
Setzt man ν = 0, wie in der Baustatik häufig, wird keine Querkontraktion berücksichtigt, man erhält etwas zu große Werte der Spannungen und Verzerrungen, befindet sich damit aber auf der sicheren Seite.
Der voreingestellte Wert ist 0.3. Der Anwender kann einen anderen Wert zwischen 0 und 0.5 eingeben; kleinere oder größere Werte werden nicht akzeptiert.
Richtwerte der Querkontraktionszahl ν für einige Werkstoffe:
|
Material |
ν |
|
Gummi |
0.45 - 0.48 |
|
Weiche Thermoplaste (PE, PP) |
0.4 |
|
Harte Thermoplaste |
0.35 |
|
Duromere |
0.3 |
|
Aluminium |
0.3 |
|
Stahl |
0.3 |
|
Glas |
0.25 |
|
Beton |
0.15 - 0.25 |
Weitere Werte entnehmen Sie bitte den Werkstoffdatenblättern, der Fachliteratur oder den Werkstoffdatenbanken.
Schubmodul G:
Das Verhältnis von Schubspannung und
Verzerrung (Gleitung) für Scherung bei gegebener
Querkontraktionszahl.
Wegen der Beziehung G = E/2(1+ν)
entfällt dieser Kennwert bei linear elastischem
Werkstoffverhalten.
Zu den Werkstoffkennwerten bei anderen Spannungs-Verzerrungs-Funktionen (oder "Werkstoffgesetzen") siehe die Fachliteratur.